Kachelofenbauer helfen mit Arbeitseinsatz in Rumänien – Behaglichkeit für traumatisierte Kinder

Im April 2012 konnte Lothar Schwär mit einem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz in Rumänien helfen, die Welt lebenswerter zu gestalten. Zusammen mit Michael Maier aus Malterdingen, Obermeister der Kachelofen- und Luftheizungsbauer-Innung Freiburg, und den Meisterkollegen Ingo Riesterer aus Ehrenkirchen  und Werner Lorenz aus Au waren wir zu einem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz unterwegs in Rumänien.

»Ein Kachelofen ist die Seele eines Hauses, er befriedigt die Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit. Wir sind sehr glücklich, einen kleinen Beitrag zum Gelingen dieses Projektes geleistet zu haben und planen, bald wieder dorthin zu fahren, um noch einmal zu helfen.« (Michael Maier, Lothar Schwär, Ingo Riesterer, Werner Lorenz, Ofenbauer-Innung Freiburg)

Die vier Meister aus Südbaden konnten einen Kachelofen in einem ehemaligen Pfarrhaus errichten. Das klingt nach alltäglicher Arbeit, aber der Arbeitsort war eher ungewöhnlich: das rumänische Dorf Radeln. Allein die 1.700 Kilometer lange Anreise dauert zwei Tage. In dem abgelegenen Ort mit einigen hundert Einwohnern entsteht seit Anfang 2010 das Projekt „Kirchenburg Radeln“, ein Kinderdorf der Peter Maffay Stiftung für traumatisierte Kinder. Der neue Kachelofen kann nun dabei helfen, die Gemeinschaftsräume des Dorfes beheizen.

Kachelofenbauer helfen mit Arbeitseinsatz in Rumänien

Die Kachelofen- und Luftheizungsbauermeister Lothar Schwär, Werner Lorenz, Michael Maier und Ingo Riesterer brechen nach Rumänien auf, um dort in einem Kinderdorf einen Kachelofen zu errichten (v.l.n.r.).

Bei dem Vorhaben konnten die vier Betriebsinhaber auf breite Unterstützung zählen. Das Material wurde von Zulieferern gesponsert, für den Transport stellte die Kachelofenbauergenossenschaft einen LKW zur Verfügung. Zudem haben zahlreiche weitere Institutionen Geld- und Sachspenden beigesteuert. Insgesamt haben die Kachelofenbauer eine Woche für den Arbeitseinsatz eingesetzt. Neben den Materialien wurden dabei auch Sachspenden von Privatpersonen mit nach Rumänien genommen. „Auf dem LKW war noch Platz genug für Fahrräder oder Spielzeug“, meinte Ingo Riesterer.

Angefangen hatte alles bereits einige Jahre davor. Michael Maier ersetzte in seinem Betrieb die Kundengeschenke zu Weihnachten durch Geldspenden an die Peter Maffay Stiftung – und fand damit großen Anklang bei seinen Kunden. Im Jahr 2009 kam ihm dann die Idee, statt mit einer Geldspende mit einer Sachspende zu helfen. „Da meldete sich Sebastian Szaktilla begeistert bei mir“, erzählt Maier. Der aus Freiburg stammende Architekt, der das Projekt in Radeln betreut, wusste genau, wo die Kachelofenbauer helfen können: Sie sollen ihr Expertenwissen beisteuern. Der Plan, den neuen Ofen zu bauen, war gefasst.

Als Maier seine Idee bei der Innungsversammlung vorstellte, meldeten sich seine drei Mitstreiter spontan. Gemeinsam wollten sie helfen. Der geplante Ofen wurde mit Initiator Peter Maffay persönlich durch Szaktilla besprochen.

Kachelofenbauer-Einsatz in Rumänien

Kachelofenbauer-Einsatz in Rumänien (v.l.): Ingo Riesterer, Werner Lorenz, Heidi Maier, Max Maier, Lothar Schwär und Michael Maier errichteten einen Kachelofen im Kinderdorf Radeln. Foto privat

Über die Aktion „Deutsches Handwerk hilft“ von Holzmann Medien konnten schon zahlreiche Innungen und Betriebe den Bau und Ausbau des Kinderdorfes unterstützen. Nach einem Neubau der Unterkünfte ging es dann an die Renovierung der vorhandenen Bausubstanz – insbesondere des alten Pfarrhauses.

(Quelle zu Teilen aus: Deutsche Handwerks Zeitung – Ausgabe 8/2012 | http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/behaglichkeit-fuer-traumatisierte-kinder/150/3044/171319/ )